Berechnung des Auftriebes yon Tragfliigeln

7.31 tberblick

In diesem Abschnitt soil iiber die Berechnung des Auftriebes von Tragflugeln berichtet werden. Die theoretischen Grundlagen hierfur sind in den beiden vorigen Abschnitten erlautert worden, wahrend jetzt die praktische Durchfiihrung der Berechnung im Vordergrund stehen soil. Dabei wird solchen Berechnungsverfahren der Vorzug gegeben, die sich in der numerischen Durchfuhrung als besonders bequem erwiesen haben.

Die nachstehend besprochenen Methoden (einfache Traglinientheorie, erweiterte Traglinientheorie, Tragflachentheorie) konnen im Hinblick auf ihre praktische Yerwendbarkeit folgendermaBen charakterisiert werden:

Die einfache Traglinientheorie ist nur anwendbar fur symmetrisch angestromte Fliigel mit gerader Z/4-Linie, also ungepfeilte Fliigel. Sie liefert gute Ergebnisse fiir mittlere und groBe Seitenverhaltnisse Л (etwa A > 3). Sie gestattet die Ermittlung der Auftriebsverteilung iiber Spannweite, aus der sich dann der Gesamtauftrieb, das Rollmoment und der induzierte Widerstand ergeben. Die Berechnung des Nick – momentes ist jedoch mittels dieser Theorie nicht mbglich.

Die erweiterte Traglinientheorie (Dreiviertelpunktmethode) ist an­wendbar auf Tragfliigel von beliebigem GrundriB und beliebigem Seitenverhaltnis. Sie eignet sich daher auch zur Behandlung des Pfeil – fliigels sowie des schiebenden Flugels. Sie liefert die Auftriebsverteilung iiber Spannweite. Hieraus ergeben sich der Gesamtauftrieb, das Roll – moment und der induzierte Widerstand sowie naherungsweise auch das Nickmoment.

Die Tragflachentheorie ist wie die erweiterte Traglinientheorie eben – falls anwendbar auf Fliigel von behebigem GrundriB und beliebigem Seitenverhaltnis. Sie liefert die Auftriebsverteilung iiber Spann­weite und iiber Tiefe. Hieraus ergeben sich der Gesamtauftrieb, das Roll – moment, der induzierte Widerstand sowie das Nickmoment und damit die Neutralpunktlage des Flugels. Die genaue Kenntnis der Neutral – punktlage ist fiir Pfeilfliigel besonders wichtig.

Einen zusammenfassenden Gberblick iiber die Methoden der Trag- fliigeltheorie haben H. G. Kussner [44] und J. Weissinger [85] und [86] gegeben. In [85] findet man eine ausfiihrliche tjbersicht iiber das neuere Schrifttum auf diesem Gebiet. t)ber die Anwendung dieser Methoden hat an Hand von zahlreichen Beispielen K. Gersten [16] berichtet.

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